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Pressemitteilung des Landeselternbeirates der Gymnasien
Bastelarbeiten als Distanzunterricht vorzuschlagen ist nicht akzeptabel!

(Link zur Pressemitteilung als PDF)

Seit heute gelten Einschränkungen im Präsenzunterricht an den Schulen in Schleswig-Holstein.

Der Landeselternbeirat der Gymnasien vertritt die Eltern der gymnasialen Schulkinder. Er vertritt die Eltern, die Bedenken um die Gesundheit ihrer Kinder und deren Angehörige haben. Er vertritt die Eltern, die sich Sorgen um die Bildung ihrer Kinder machen. Er vertritt die Eltern der Abiturjahrgänge, die nicht wissen, wie vor dem Hintergrund der aufgestauten Lernlücken in drei Monaten ein Zentralabitur zu bewerkstelligen ist.

Es herrscht großes Unverständnis unter den Eltern, wie von Seiten des Ministeriums mit Unterricht und Bildung ihrer Kinder derzeit umgegangen wird. Nur schwer ist zu vermitteln, dass es nach neun Monaten Corona-Pandemie keine verbindlichen Vorstellungen zum Distanzunterricht gibt. Warum vermeintlich nur Präsenzunterricht Unterricht und Lernerfolg gewährleisten kann, bleibt offen. Für Eltern ist nicht nachvollziehbar, dass eine Schulschließung erneuten Unterrichtswegfall nach sich ziehen soll.

Eltern sind erstaunt, dass nicht vorgesehen ist, verlässlichen und verpflichtenden Distanzunterricht für alle Schüler aller Klassenstufen zu gewährleisten. Es ist verwirrend für Eltern, dass sie ihre Kinder zum beginnenden Lockdown beurlauben sollen, somit das Anrecht auf Unterricht verlieren, andererseits aber auch kein Unterricht mehr stattfinden soll.

Wie ist das mit Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit vereinbar, quasi die Ferien vorzuziehen, anstatt wenigstens mit niederschwelligen Möglichkeiten, bestmöglich Schule als echten Distanzunterricht fortzusetzen?

Seit Ende Juni existiert eine verbindliche Vorgabe für Schulen, ein Distanzlernkonzept aufzulegen. Das aktuelle Vorgehen eröffnet Spekulationen, ob vielleicht verbindlicher Distanzunterricht nicht möglich, nicht durchsetzbar ist. Eltern fragen sich zu Recht, was in den vergangenen neun Monaten an Entwicklung passiert ist. Bastelarbeiten als Distanzunterricht vorzuschlagen ist nicht akzeptabel. Nach gut neun Monaten sind wir augenscheinlich keinen Schritt weiter. Eine Bankrotterklärung der Bildungspolitik in Schleswig-Holstein. Der Lockdown war seit mindestens Ende Oktober vorhersehbar.

Wir erwarten vom Bildungsministerium, dass Unterricht nach Fachanforderungen gewährleistet wird – auch beim Distanzlernen! Insbesondere sind hier die Abiturjahrgänge vorrangig zu berücksichtigen.